Sonett XI
Pablo Neruda
Hungrig bin ich, will deinen Mund, deine Stimme, dein Haar,
und durch die Straßen zieh ich ohne Nahrung, schweigend,
nicht sättigt mich das Brot, die Frühe lässt mich schwanken,
ich suche den fließenden Klang deiner Schritte am Tag.
Mich hungert nach dem Fehltritt deines Lachens,
nach deinen Händen, von bebender Kornkammer gefärbt,
ich habe Hunger nach der blassen Kuppe deiner Fingernägel,
deine Haut möchte ich essen wie die ungebrochne Mandel.
Den Blitz begehr ich, der sich in deine Schönheit gebrannt,
die souveräne Nase im arroganten Gesicht,
möchte essen den flüchtigen Schatten deiner Wimpern
und hungrig geh ich hin und her, witternd in der Dämmerung, und wie ein Puma in der Einsamkeit von Quitratúe suche ich dein brennendes Herz.
Sonett XLIII
Elizabeth Barret Browning
Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie.
Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit,
als meine Seele blindlings reicht, wenn sie
ihr Dasein abfühlt und die Ewigkeit.
Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand,
den jeder Tag erreicht im Lampenschein
oder in Sonne. Frei, im Recht, und rein
wie jene, die vom Ruhm sich abgewandt.
Mit aller Leidenschaft der Leidenszeit
und mit der Kindheit Kraft, die fort war, seit
ich meine Heiligen nicht mehr geliebt.
Mit allem Lächeln, aller Tränennot
und allem Atem. Und wenn Gott es giebt,
will ich dich besser lieben nach dem Tod.
Persönliche Nachricht
Françoise Hardy / Michel Berger
Am anderen Ende des Telefons ist Ihre Stimme
Und es gibt Worte, die ich nicht sagen werde
All diese Worte, die Angst machen, wenn sie einen nicht zum Lachen bringen
Die in zu vielen Filmen, Liedern und Büchern sind
Ich möchte sie Ihnen sagen
und ich möchte sie leben7
Ich werde es nicht tun
Ich möchte es, ich kann nicht
Es ist nur an mir aufzubrechen und ich weiss, wo Sie sein werden
Ich komme, warten Sie auf mich, wir werden uns kennenlernen
Reservieren Sie Ihre Zeit, meine ganze Zeit ist für Sie
Ich möchte ankommen, ich bleibe, ich hasse mich
Ich werde nicht dorthin gelangen,
Ich möchte es, ich kann nicht
Ich sollte mit Ihnen sprechen,
Ich sollte ankommen
Wo ich schlafen sollte
Ich habe Angst, dass du taub wirst
Ich habe Angst, dass du feige wirst
Ich habe Angst indiskret zu sein
Ich kann Ihnen nicht sagen, daß ich Dich vielleicht liebe
Sonett CXXXIV
Francesco Petrarca
Fort ist mein Friede und fort die Lust am Streite,
Ich bange, ich hoffe, ich hoffe und glühe, zu Eis ich werde;
Ich schwing mich auf ins Weite und stürze zur Erde.
Nichts kann ich fassen und möcht' die Welt umschlingen.
Mich hält eine Macht, bin gefangen in Banden
Und kann nimmer entfliehn dem Sehnen, dem Bangen;
O Lieb wo drängst du hin? Ich kann nicht sterben,
Ich kann nicht leben, nichts kann Hoffnung geben.
Steh wie geblendet, bin stumm und möchte klagen.
Ersehnt ist nur der Tod und Hilfe ist keine;
Verachtend hass ich mich selber und liebe die eine!
Gram erfüllet mein Herz, und doch ist mir die Qual so teuer
Und all dies heiße Sehnen, dass ich will lächeln und weine,
Mich flieht der süße Schlaf, Teure! o wessen Pfeil mich traf? Der Deine!
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